Gegenüber durch lang
\(\sin({\color{#6366f1}\alpha})=\frac{{\color{#c2410c}G}}{H}\)
Der Sinus vergleicht die Gegenkathete mit der Hypotenuse.
Vom rechtwinkligen Dreieck über den Einheitskreis zur Welle: Jeder Schritt baut auf dem vorherigen auf. Nimm dir Zeit zum Zeichnen, Ausprobieren und Erklären.
Dein Tempo zählt: Bearbeite zuerst die Stationen \(1\) bis \(5\). Wenn du Winkel und Kreis sicher verstehst, gehe zu den Funktionsgraphen weiter. Beantworte das Quiz am Ende jeder Station. Nach „Antwort prüfen“ bekommst du direkt eine Erklärung. Die aufklappbaren Beispiele helfen dir beim Nachlesen. Mit „Station verstanden“ markierst du deinen Weg.
\(01\) / BEIM DREIECK ANFANGEN
Dein Ziel: Du ordnest die Seiten zu einem Winkel zu und berechnest Sinus, Kosinus und Tangens.
Betrachte den markierten spitzen Winkel \(\alpha\) im rechtwinkligen Dreieck.
Die Namen \(G\) und \(A\) beziehen sich immer auf den ausgewählten Winkel.
\(\sin({\color{#6366f1}\alpha})=\frac{{\color{#c2410c}G}}{H}\)
Der Sinus vergleicht die Gegenkathete mit der Hypotenuse.
\(\cos({\color{#6366f1}\alpha})=\frac{{\color{#047857}A}}{H}\)
Der Kosinus vergleicht die Ankathete mit der Hypotenuse.
\(\tan({\color{#6366f1}\alpha})=\frac{{\color{#c2410c}G}}{{\color{#047857}A}}\)
Der Tangens vergleicht die beiden Katheten miteinander.
EIN VERHÄLTNIS BERECHNEN
Hier gilt \({\color{#c2410c}G=3}\), \({\color{#047857}A=4}\), \(H=5\). Die Seitenlängen erfüllen \(3^2+4^2=5^2\).
Wähle nun den anderen spitzen Winkel. Welche Kathete ist seine Gegenkathete? Welche Seitenbezeichnung bleibt gleich?
Gegenkathete und Ankathete tauschen ihre Rollen: \(G=4\), \(A=3\). Die Hypotenuse bleibt \(5\).
Deshalb gilt \({\color{#c2410c}\sin}(\beta)=\frac45\), \({\color{#047857}\cos}(\beta)=\frac35\) und \({\color{#0369a1}\tan}(\beta)=\frac43\). Zudem ist \(\alpha+\beta=90^\circ\).
\(02\) / DAS DREIECK IN DEN KREIS LEGEN
Dein Ziel: Du liest Sinus und Kosinus am Einheitskreis ab.
Start: positive waagerechte Achse. Positive Winkel drehen gegen den Uhrzeigersinn, negative Winkel im Uhrzeigersinn. Die farbigen Strecken zeigen die vorzeichenbehafteten Koordinaten des Punktes.
DIE VERBINDUNG ZUM DREIECK
Im ersten Quadranten bilden Radius und Projektionen ein rechtwinkliges Dreieck. Der Radius ist seine Hypotenuse.
Bewege den Punkt von \(0^\circ\) nach \(90^\circ\). Welche Koordinate wird größer? Welche kleiner? Lies die Werte an beiden Endpunkten ab.
Bei \(0^\circ\) liegt der Punkt bei \((1\mid0)\): \({\color{#047857}\cos}(0^\circ)=1\), \({\color{#c2410c}\sin}(0^\circ)=0\).
Bei \(90^\circ\) liegt er bei \((0\mid1)\): \({\color{#047857}\cos}(90^\circ)=0\), \({\color{#c2410c}\sin}(90^\circ)=1\). Dazwischen wächst die senkrechte Koordinate, während die waagerechte abnimmt.
\(03\) / WERTE HERLEITEN
Dein Ziel: Du bestimmst wichtige Werte exakt aus zwei einfachen Dreiecken.
Starte mit dem Kreispunkt \(P\) zum Winkel \({\color{#6366f1}45^\circ}\). Ziehe von \(P\) ein Lot auf die \(x\)-Achse. Sein Fußpunkt heißt \(A\), der Kreismittelpunkt \(O\). Dadurch entsteht das rechtwinklige Dreieck \(OAP\). Du erfindest also keine neuen Seiten: Es sind der Radius und die beiden Koordinaten des Kreispunktes.
Der Radius \(\overline{OP}\) hat Länge \(1\) und bildet mit der positiven \(x\)-Achse den Winkel \({\color{#6366f1}45^\circ}\).
ERSTES DREIECK · \(45^\circ\)
Ein rechtwinkliges Dreieck mit zwei Winkeln von \(45^\circ\) ist gleichschenklig. Im Einheitskreis ist seine Hypotenuse \(1\). Beide Katheten nennen wir \(s\).
ZWEITES DREIECK · \(30^\circ\) UND \(60^\circ\)
Alle Seiten sind \(2\) lang, alle Winkel \(60^\circ\) groß. Die Höhe halbiert die Grundseite und den oberen Winkel. So entsteht ein rechtwinkliges Dreieck mit Hypotenuse \(2\), kurzer Kathete \(1\) und Höhe \(h\).
Die Werte bei \(0^\circ\) und \(90^\circ\) liest du direkt an den Achsen ab. Bei \(90^\circ\) ist der Tangens nicht definiert, weil sein Nenner null wäre.
| Winkel | \({\color{#c2410c}\sin}\) | \({\color{#047857}\cos}\) | \({\color{#0369a1}\tan}\) |
|---|---|---|---|
| \(0^\circ\) | \(0\) | \(1\) | \(0\) |
| \(30^\circ\) | \(\frac12\) | \(\frac{\sqrt3}{2}\) | \(\frac{\sqrt3}{3}\) |
| \(45^\circ\) | \(\frac{\sqrt2}{2}\) | \(\frac{\sqrt2}{2}\) | \(1\) |
| \(60^\circ\) | \(\frac{\sqrt3}{2}\) | \(\frac12\) | \(\sqrt3\) |
| \(90^\circ\) | \(1\) | \(0\) | nicht definiert |
Warum sind Sinus und Kosinus bei \(45^\circ\) gleich? Erkläre es mit dem Dreieck und anschließend mit den Koordinaten am Kreis.
Teile Gegenkathete durch Ankathete: \({\color{#0369a1}\tan}(30^\circ)=\frac{1}{\sqrt3}\). Erweitere mit \(\sqrt3\): \(\frac{1}{\sqrt3}=\frac{\sqrt3}{3}\).
Die Formeln liefern denselben Wert. Eine Dezimalzahl ist dafür nicht nötig.
\(04\) / DEN GANZEN KREIS NUTZEN
Dein Ziel: Du findest Vorzeichen und Bezugswinkel auch außerhalb des ersten Quadranten.
Koordinaten können negativ sein: Rechts ist der Kosinus positiv, links negativ. Oberhalb der waagerechten Achse ist der Sinus positiv, unterhalb negativ. Seitenlängen im Dreieck bleiben positiv; erst die Kreisposition bestimmt das Vorzeichen.
| Quadrant | Winkelbereich | \({\color{#047857}\cos}\) | \({\color{#c2410c}\sin}\) | \({\color{#0369a1}\tan}\) |
|---|---|---|---|---|
| \(\mathrm{I}\) · rechts oben | \(0^\circ<\alpha<90^\circ\) | \(+\) | \(+\) | \(+\) |
| \(\mathrm{II}\) · links oben | \(90^\circ<\alpha<180^\circ\) | \(-\) | \(+\) | \(-\) |
| \(\mathrm{III}\) · links unten | \(180^\circ<\alpha<270^\circ\) | \(-\) | \(-\) | \(+\) |
| \(\mathrm{IV}\) · rechts unten | \(270^\circ<\alpha<360^\circ\) | \(+\) | \(-\) | \(-\) |
Auf den Achsen gelten die direkt ablesbaren Werte. Tangens ist bei \(90^\circ\) und \(270^\circ\) nicht definiert.
BEISPIEL · \(135^\circ\)
Der Bezugswinkel ist der spitze Winkel zwischen dem Radius und der waagerechten Achse. Er hilft dir, ein bekanntes Dreieck wiederzufinden.
\(405^\circ=360^\circ+45^\circ\)
Nach einer vollen Runde bist du am selben Ort. Daher gelten \({\color{#c2410c}\sin}(405^\circ)={\color{#c2410c}\sin}(45^\circ)\) und \({\color{#047857}\cos}(405^\circ)={\color{#047857}\cos}(45^\circ)\).
\(-45^\circ\) liegt rechts unten.
Damit ist \({\color{#c2410c}\sin}(-45^\circ)=-\frac{\sqrt2}{2}\) und \({\color{#047857}\cos}(-45^\circ)=\frac{\sqrt2}{2}\). \(-45^\circ\) und \(315^\circ\) führen zum selben Punkt.
Gehe zum Kreis zurück. Vergleiche \(45^\circ\), \(135^\circ\), \(225^\circ\) und \(315^\circ\). Die Beträge der Koordinaten bleiben gleich. Was verändert sich?
Der Punkt liegt links unten. Sein Bezugswinkel ist \(225^\circ-180^\circ=45^\circ\).
Beide Werte sind negativ: \({\color{#c2410c}\sin}(225^\circ)=-\frac{\sqrt2}{2}\), \({\color{#047857}\cos}(225^\circ)=-\frac{\sqrt2}{2}\). Der Tangens ist positiv und gleich \(1\).
\(05\) / EINE ZWEITE WINKELEINHEIT
Dein Ziel: Du übersetzt zwischen Gradmaß und Bogenmaß und wählst den passenden Rechnermodus.
\(\alpha_{\mathrm{rad}}=\frac{s}{r}\)
Im Bogenmaß vergleichst du die Länge des Kreisbogens \(s\) mit dem Radius \(r\). Auf dem Einheitskreis ist \(r=1\): Die Bogenlänge ist dann direkt die Winkelzahl. Die Einheit heißt Radiant (\(\mathrm{rad}\)).
BEISPIEL · \(45^\circ\) UMRECHNEN
Du änderst nur die Einheit. Der Winkel und sein Kreispunkt bleiben gleich.
| Grad | \(0^\circ\) | \(30^\circ\) | \(45^\circ\) | \(60^\circ\) | \(90^\circ\) | \(180^\circ\) | \(360^\circ\) |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Bogenmaß | \(0\) | \(\frac{\pi}{6}\) | \(\frac{\pi}{4}\) | \(\frac{\pi}{3}\) | \(\frac{\pi}{2}\) | \(\pi\) | \(2\pi\) |
EINHEITEN-WERKZEUG
\(180^\circ=\pi\,\mathrm{rad}\)
DEG oder RAD? Für \({\color{#c2410c}\sin}(30^\circ)\) wählst du am Taschenrechner DEG. Für \({\color{#c2410c}\sin}(\pi/6)\) wählst du RAD. Beide ergeben \(\frac12\). Wenn dein Rechner etwas anderes zeigt, prüfe zuerst die Einheit.
Rechne \(90^\circ\), \(150^\circ\) und \(270^\circ\) selbst um. Kontrolliere anschließend im Werkzeug.
\(150\cdot\frac{\pi}{180}=\frac{5\pi}{6}\). Zur Probe: \(\frac{5\pi}{6}\cdot\frac{180}{\pi}=150\).
Der Winkel liegt im zweiten Quadranten. \({\color{#c2410c}\sin}(5\pi/6)=\frac12\).
\(06\) / AUS BEWEGUNG WIRD EIN GRAPH
Dein Ziel: Du verbindest einen Winkel am Kreis mit einem Punkt im Funktionsgraphen.
Hier ist die waagerechte Graphenachse noch in Grad beschriftet. Jeder Eingang ist ein Drehwinkel; der Funktionswert ist eine Koordinate des Kreispunktes.
\(f(\alpha)={\color{#c2410c}\sin}({\color{#6366f1}\alpha})\)
DIE SINUSWELLE AUFBAUEN
Der Eingang ist jetzt der Winkel. Der Ausgang ist bei Sinus die Höhe des Kreispunktes.
| Winkel in Grad | Bogenmaß | Funktionswert |
|---|
Wähle zuerst Sinus, dann Kosinus. Vergleiche jeweils die Werte bei \(0^\circ\), \(90^\circ\), \(180^\circ\) und \(270^\circ\). Warum startet der Kosinus oben im Graphen?
Beim Kosinus überträgst du die waagerechte Koordinate. Sie ist am Startpunkt \((1\mid0)\) gleich \(1\).
Die Folge bei \(0^\circ\), \(90^\circ\), \(180^\circ\), \(270^\circ\), \(360^\circ\) lautet daher \(1,0,-1,0,1\). Beim Sinus lautet sie \(0,1,0,-1,0\).
\(07\) / DIE GRUNDFUNKTIONEN BESCHREIBEN
Dein Ziel: Du beschreibst Definitionsbereich, Wertebereich, Periode und besondere Punkte von Sinus und Kosinus.
Ab hier gilt Bogenmaß: In \(f(x)={\color{#c2410c}\sin} x\) und \(g(x)={\color{#047857}\cos} x\) ist \(x\) eine Winkelzahl in Radiant. Eine volle Umdrehung entspricht \(2\pi\). Achte beim Lesen der Graphen auf die Beschriftungen mit \(\pi\).
\(D=\mathbb R\)
Du kannst vorwärts oder rückwärts und beliebig oft drehen. Sinus und Kosinus besitzen für jede reelle Winkelzahl einen Wert.
\(W=[-1;1]\)
Keine Koordinate eines Punktes auf dem Einheitskreis ist größer als \(1\) oder kleiner als \(-1\).
\(T=2\pi\)
Es gilt \({\color{#c2410c}\sin}(x+2\pi)={\color{#c2410c}\sin} x\) und \({\color{#047857}\cos}(x+2\pi)={\color{#047857}\cos} x\). \(2\pi\) ist die kleinste positive Periode beider Grundfunktionen.
In allen Zeilen ist \(k\in\mathbb Z\): \(k\) kann eine beliebige ganze Zahl sein. Damit beschreiben die Formeln sämtliche Umdrehungen.
| Eigenschaft | \(f(x)={\color{#c2410c}\sin} x\) | \(g(x)={\color{#047857}\cos} x\) |
|---|---|---|
| Nullstellen | \(x=k\pi\) | \(x=\frac\pi2+k\pi\) |
| Maximum \(1\) | \(x=\frac\pi2+2k\pi\) | \(x=2k\pi\) |
| Minimum \(-1\) | \(x=\frac{3\pi}{2}+2k\pi\) | \(x=\pi+2k\pi\) |
Die Formeln nennen die \(x\)-Stellen. Ein Hochpunkt des Sinus ist zum Beispiel \(H(\frac\pi2\mid1)\).
Sinus und Kosinus vergleichen: Es gilt \({\color{#047857}\cos} x={\color{#c2410c}\sin}(x+\pi/2)\). Der Kosinusgraph hat dieselbe Form wie der Sinusgraph, um eine Viertelperiode nach links verschoben. Bei \(x=0\) startet Sinus mit \(0\), Kosinus mit \(1\). Vergleiche beide im Werkzeug der vorherigen Station.
NULLSTELLEN VERSTEHEN
Eine Nullstelle bedeutet: Die senkrechte Koordinate des Kreispunktes ist null.
Beim Sinus liegen Nullstellen eine halbe Runde auseinander, trotzdem ist seine Periode eine ganze Runde. Vergleiche \({\color{#c2410c}\sin}(\pi/2)\) und \({\color{#c2410c}\sin}(3\pi/2)\): Warum reicht \(\pi\) als Periode nicht aus?
Nein. Eine Periode muss für jeden Eingang denselben Wert erzeugen.
Zum Beispiel ist \({\color{#c2410c}\sin}(\pi/2)=1\), aber \({\color{#c2410c}\sin}(\pi/2+\pi)=-1\). Erst nach \(2\pi\) ist die ganze Welle wieder gleich.
Die Symmetrien passen zum Kreis: \({\color{#c2410c}\sin}(-x)=-{\color{#c2410c}\sin} x\) und \({\color{#047857}\cos}(-x)={\color{#047857}\cos} x\).
\(08\) / DEN QUOTIENTEN UNTERSUCHEN
Dein Ziel: Du erklärst, warum der Tangens nicht überall definiert und nicht auf \([-1;1]\) begrenzt ist.
\({\color{#0369a1}\tan} x=\frac{{\color{#c2410c}\sin} x}{{\color{#047857}\cos} x}\)
Diese Gleichung gilt nur, wenn \({\color{#047857}\cos} x\ne0\). Im ersten Dreieck war derselbe Quotient \(G/A\).
Nahe einer ausgeschlossenen Stelle werden die Werte sehr groß oder sehr klein. Der Graph springt nicht über die Lücke.
EINEN WERT BERECHNEN
Die bekannten Sinus- und Kosinuswerte liefern den Tangens sofort.
\(D=\mathbb R\setminus\{\tfrac\pi2+k\pi\mid k\in\mathbb Z\}\)
Die Stellen \(\pi/2\), \(3\pi/2\), \(-\pi/2\) und alle weiteren dieser Form sind ausgeschlossen.
\(W=\mathbb R\)
Ein Quotient zweier Koordinaten kann im Betrag größer als eins werden. Ein kleiner Nenner kann einen großen Quotienten ergeben.
\(x=k\pi\)
Dort ist \({\color{#c2410c}\sin} x=0\), während \({\color{#047857}\cos} x\) gleich \(1\) oder \(-1\) ist. Der Quotient ist also erlaubt und gleich null.
Stelle im Kreis \(60^\circ\), \(80^\circ\) und \(89^\circ\) ein. Beobachte den Kosinus im Nenner und den Tangenswert. Was passiert bei genau \(90^\circ\)?
Der Funktionswert ist nicht definiert. „Unendlich“ ist hier kein einzusetzender Zahlenwert.
Von links werden die Tangenswerte beliebig groß, von rechts beliebig stark negativ. An der Stelle selbst wäre der Nenner null.
\(09\) / ZUERST NUR DIE HÖHE ÄNDERN
Dein Ziel: Du unterscheidest die Wirkung von \(a\) und \(d\) in \(f(x)=a{\color{#c2410c}\sin} x+d\).
Nur \(a\) bewegen, \(d=0\) bleibt fest.
Grundfunktion: \({\color{#c2410c}\sin} x\) · Achse im Bogenmaß
\(f(x)={\color{#4f46e5}{1}}\sin x\)
Amplitude \(1\): Die Ausschläge reichen von \(-1\) bis \(1\).
Die Amplitude ist \(\lvert a\rvert\): der Abstand von der Mittellinie bis zum höchsten oder tiefsten Wert. Bei \(a<0\) wird die Welle zusätzlich an der waagerechten Achse gespiegelt.
Vergleiche \(a=2\), \(a=\frac12\) und \(a=-2\). Welche Werte bleiben Nullstellen?
Nur \(d\) bewegen, \(a=1\) bleibt fest.
Grundfunktion: \({\color{#c2410c}\sin} x\) · Achse im Bogenmaß
\(f(x)=\sin x+{\color{#7c3aed}{0}}\)
Mittellinie \(y=0\): Die Amplitude bleibt \(1\).
Die Mittellinie lautet \(y=d\). Für \(d>0\) wandert die Welle nach oben, für \(d<0\) nach unten. Die Amplitude bleibt dabei gleich.
Stelle \(d=2\) ein. Zwischen welchen Höhen verläuft die Welle? Kann sie noch eine Nullstelle haben?
BEISPIEL · \(f(x)=-2{\color{#c2410c}\sin} x+1\)
Rechne in zwei kleinen Schritten: erst multiplizieren, dann verschieben.
Allgemein: Für \(a{\color{#c2410c}\sin} x+d\) liegen die Werte zwischen \(d-\lvert a\rvert\) und \(d+\lvert a\rvert\). Bei \(a=0\) entsteht die konstante Funktion \(f(x)=d\): keine Welle, Amplitude null und Wertebereich \(\{d\}\).
Die Amplitude ist \(3\), die Mittellinie \(y=-2\).
Der kleinste Wert ist \(-2-3=-5\), der größte \(-2+3=1\). Also gilt \(W=[-5;1]\).
\(10\) / DANN DIE WAAGERECHTE RICHTUNG ÄNDERN
Dein Ziel: Du liest Periode und waagerechte Verschiebung in \(a{\color{#c2410c}\sin}(b(x-c))+d\) ab.
Nur \(b\) bewegen, \(a=1,c=d=0\).
Vergleich: \({\color{#c2410c}\sin} x\) · Achse im Bogenmaß
\(f(x)=\sin\bigl({\color{#0369a1}{1}}x\bigr)\)
Periode \(T=2\pi\): Der innere Winkel läuft unverändert schnell.
Der innere Winkel \(bx\) läuft \(b\)-mal so schnell. Für \(b=2\) passt eine volle Welle schon in die Strecke \(\pi\).
\(T=\frac{2\pi}{b}\)
Vergleiche \(b=\frac12\), \(1\) und \(2\). Welche Welle ist am breitesten?
Nur \(c\) bewegen, \(a=b=1,d=0\).
Vergleich: \({\color{#c2410c}\sin} x\) · Form: \({\color{#c2410c}\sin}(x-c)\)
\(f(x)=\sin\bigl(x-{\color{#c2410c}{0}}\bigr)\)
Verschiebung \(c=0\): Die Grundfunktion bleibt an derselben Stelle.
In der Form \({\color{#c2410c}\sin}(x-c)\) verschiebt \(c>0\) nach rechts und \(c<0\) nach links. Bei \(x=c\) wird das Argument null.
Stelle \(c=\pi/2\) ein. Wo liegt die Nullstelle, an der die Welle ansteigt?
\(f(x)={\color{#4f46e5}a}\sin\bigl({\color{#0369a1}b}(x-{\color{#c2410c}c})\bigr)+{\color{#7c3aed}d}\)
Hier verwenden wir \(b>0\). Bei \(a\ne0\): Amplitude \(\lvert a\rvert\), kleinste positive Periode \(2\pi/b\), Mittellinie \(y=d\), waagerechte Verschiebung \(c\).
EIN BEISPIEL IN VIER SCHRITTEN
Lies einen Parameter nach dem anderen. Die \(x\)-Achse ist weiterhin im Bogenmaß.
WELLEN-LABOR
Stelle das Beispiel von oben ein. Ändere anschließend jeweils nur einen Regler und beschreibe seine Wirkung.
\(f(x)=2{\color{#c2410c}\sin} x+1\)
Die gestrichelte Mittellinie hilft dir, die Amplitude abzulesen. Der Abstand zwischen gleichen Wellenstellen ist die Periode.
Sonderfall \(a=0\): Dann bleibt \(f(x)=d\) konstant. Es gibt keine kleinste positive Periode: Jede positive Verschiebung lässt den konstanten Graphen unverändert. Die Formel \(2\pi/b\) beschreibt die kleinste positive Periode nur bei einer echten Welle mit \(a\ne0\).
\(a=1\), \(b=2\), \(c=-\pi/4\), \(d=-1\). Die Amplitude ist \(1\), die Periode \(\pi\).
Die Welle ist um \(\pi/4\) nach links und um \(1\) nach unten verschoben. Ihre Mittellinie ist \(y=-1\), ihr Wertebereich \([-2;0]\).
\(11\) / ALLE PASSENDEN WINKEL FINDEN
Dein Ziel: Du löst einfache trigonometrische Gleichungen in einem vorgegebenen Intervall vollständig.
START · \({\color{#c2410c}\sin} x=\frac12\)
Gesucht sind zunächst die Winkel im Gradintervall \([0^\circ;360^\circ)\). Die eckige Klammer schließt \(0^\circ\) ein; die runde Klammer schließt \(360^\circ\) aus.
| Einheit | Gesuchtes Intervall | Erste Lösung | Zweite Lösung |
|---|---|---|---|
| Grad | \([0^\circ;360^\circ)\) | \(30^\circ\) | \(150^\circ\) |
| Bogenmaß | \([0;2\pi)\) | \(\pi/6\) | \(5\pi/6\) |
Für alle reellen Winkel im Bogenmaß gilt: \(x=\pi/6+2k\pi\) oder \(x=5\pi/6+2k\pi\), jeweils \(k\in\mathbb Z\). Der Taschenrechner liefert mit der Umkehrfunktion meist nur einen Hauptwert; der Kreis zeigt die weitere Lösung.
KOSINUS · \({\color{#047857}\cos} x=-\frac12\)
Gesucht: \(x\in[0;2\pi)\). Ein negativer Kosinus führt auf die linke Kreishälfte.
AUFBAU · \(2{\color{#c2410c}\sin}(2x)-1=0\)
Gesucht: \(x\in[0;2\pi)\). Der Winkel in der Sinusfunktion ist \(2x\). Er durchläuft in diesem Intervall zwei volle Runden.
Warum fehlen zwei Lösungen, wenn du in der letzten Aufgabe nur \(\pi/6\) und \(5\pi/6\) durch zwei teilst? Beschreibe, wie viele Umdrehungen der innere Winkel macht.
Die Lösungen sind \(x=0\) und \(x=\pi\).
Auch \({\color{#c2410c}\sin}(2\pi)=0\), aber \(2\pi\) gehört wegen der runden rechten Klammer nicht zum Intervall. Das Intervall ist ein Teil der Aufgabe und muss am Ende geprüft werden.
\(12\) / SELBST RECHNEN UND ANWENDEN
Dein Ziel: Du wählst passende Verfahren, begründest deine Lösungen und prüfst ein Modell im Sachzusammenhang.
Grundlagen: Seiten zuordnen, Kreiswerte bestimmen und Einheiten umrechnen. Aufbau: Graphen beschreiben, Parameter verstehen und Gleichungen lösen. Transfer: mehrere Schritte verbinden und ein Modell begründen.
Aufgaben aus allen Stufen.
Gib Zahlen mit Dezimalkomma oder Punkt ein. Brüche und Ausdrücke wie \(\mathtt{sqrt(2)/2}\) oder \(\mathtt{pi/6}\) sind möglich. Winkelantworten als Zahl ohne Gradzeichen oder Einheit eingeben; die Aufgabe nennt die benötigte Einheit. Bei Näherungswerten mindestens drei Nachkommastellen verwenden. Erkläre deinen Rechenweg zusätzlich auf Papier.
Dein Lernfortschritt wird in diesem Browser gespeichert.
Ein rechtwinkliges Dreieck hat zum betrachteten spitzen Winkel \(\alpha\) die Gegenkathete \(3\), die Ankathete \(4\) und die Hypotenuse \(5\).
Bestimme \({\color{#c2410c}\sin}(\alpha)\), \({\color{#047857}\cos}(\alpha)\) und \({\color{#0369a1}\tan}(\alpha)\). Gib die Ergebnisse als Bruch oder Dezimalzahl ein.
Die Hypotenuse liegt dem rechten Winkel gegenüber. Gegen- und Ankathete werden immer vom betrachteten Winkel \(\alpha\) aus benannt.
Nutze \({\color{#c2410c}\sin}=\frac{\text{Gegenkathete}}{\text{Hypotenuse}}\), \({\color{#047857}\cos}=\frac{\text{Ankathete}}{\text{Hypotenuse}}\) und \({\color{#0369a1}\tan}=\frac{\text{Gegenkathete}}{\text{Ankathete}}\).
Zur Ecke \(\alpha\) gilt: Gegenkathete \(g=3\), Ankathete \(a=4\), Hypotenuse \(h=5\). Kontrolliere: \(3^2+4^2=9+16=25=5^2\).
\(\begin{aligned}{\color{#c2410c}\sin}(\alpha)&=\frac{g}{h}=\frac{3}{5}=0{,}6\\{\color{#047857}\cos}(\alpha)&=\frac{a}{h}=\frac{4}{5}=0{,}8\\{\color{#0369a1}\tan}(\alpha)&=\frac{g}{a}=\frac{3}{4}=0{,}75\end{aligned}\)
Sinus und Kosinus des spitzen Winkels liegen zwischen \(0\) und \(1\). Außerdem gilt \({\color{#0369a1}\tan}(\alpha)=\frac{{\color{#c2410c}\sin}(\alpha)}{{\color{#047857}\cos}(\alpha)}=\frac{0{,}6}{0{,}8}=0{,}75\).
Darauf achten: Die Ankathete ist nicht „immer die untere Seite“. Ihre Zuordnung hängt davon ab, welcher Winkel betrachtet wird.
Ein gleichschenkliges rechtwinkliges Dreieck hat die beiden Kathetenlängen \(1\). Die beiden spitzen Winkel sind jeweils \(45^\circ\).
Berechne zuerst die Hypotenuse. Bestimme daraus \({\color{#c2410c}\sin}(45^\circ)\) und \({\color{#047857}\cos}(45^\circ)\), ohne eine Trigonometrie-Taste zu verwenden. Exakte Eingaben wie \(\mathtt{sqrt(2)/2}\) sind erlaubt; sonst runde auf drei Nachkommastellen.
Für die Hypotenuse \(h\) gilt \(h^2=1^2+1^2\). Ziehe die positive Wurzel.
Gegen- und Ankathete sind zu jedem der beiden \(45^\circ\)-Winkel gleich lang. Beide Verhältnisse lauten deshalb \(\frac{1}{\sqrt2}\).
\(\begin{aligned}h^2&=1^2+1^2=2\\h&=\sqrt2\end{aligned}\)
Eine Seitenlänge ist positiv. Deshalb verwenden wir die positive Wurzel.
\(\begin{aligned}{\color{#c2410c}\sin}(45^\circ)&=\frac{1}{\sqrt2}\\{\color{#047857}\cos}(45^\circ)&=\frac{1}{\sqrt2}\end{aligned}\)
\(\frac{1}{\sqrt2}=\frac{1\cdot\sqrt2}{\sqrt2\cdot\sqrt2}=\frac{\sqrt2}{2}\)
Somit sind beide Werte exakt \(\frac{\sqrt2}{2}\). Auf drei Nachkommastellen: \(0{,}707\).
Darauf achten: \(\sqrt2\) ist die Hypotenuse. Der Sinuswert ist das Verhältnis \(1/\sqrt2\), nicht die Hypotenuse selbst.
Ein gleichseitiges Dreieck hat Seitenlänge \(2\). Seine Höhe halbiert die Grundseite und teilt den Winkel an der Spitze in zwei \(30^\circ\)-Winkel. In jeder Hälfte liegt ein rechtwinkliges Dreieck mit Hypotenuse \(2\) und kurzer Kathete \(1\).
Berechne die Höhe und bestimme \({\color{#c2410c}\sin}(30^\circ)\), \({\color{#047857}\cos}(30^\circ)\), \({\color{#c2410c}\sin}(60^\circ)\) und \({\color{#047857}\cos}(60^\circ)\). Du darfst \(\mathtt{sqrt(3)}\) verwenden oder auf drei Nachkommastellen runden.
Für die Höhe \(h\) gilt \(h^2+1^2=2^2\). Die Höhe ist die lange Kathete.
Zum Winkel \(30^\circ\) ist die kurze Seite die Gegenkathete. Zum Winkel \(60^\circ\) ist die lange Seite die Gegenkathete. Die Hypotenuse bleibt \(2\).
\(\begin{aligned}h^2+1&=4\\h^2&=3\\h&=\sqrt3\end{aligned}\)
Zur Spitze mit \(30^\circ\) ist die Gegenkathete \(1\) und die Ankathete \(\sqrt3\).
\(\begin{aligned}{\color{#c2410c}\sin}(30^\circ)&=\frac12\\{\color{#047857}\cos}(30^\circ)&=\frac{\sqrt3}{2}\end{aligned}\)
Jetzt tauschen Gegen- und Ankathete ihre Rollen.
\(\begin{aligned}{\color{#c2410c}\sin}(60^\circ)&=\frac{\sqrt3}{2}\\{\color{#047857}\cos}(60^\circ)&=\frac12\end{aligned}\)
\(\sqrt3\approx1{,}732\) und \(\frac{\sqrt3}{2}\approx0{,}866\).
Darauf achten: Beim Wechsel von \(30^\circ\) zu \(60^\circ\) wechseln die Namen der Katheten. Die Seiten selbst verändern sich nicht.
Der Einheitskreis hat Mittelpunkt \(O(0\mid0)\) und Radius \(1\). Winkel beginnen auf der positiven \(x\)-Achse und werden gegen den Uhrzeigersinn gemessen. Für den Kreispunkt gilt \(P(\alpha)=({\color{#047857}\cos}\alpha\mid{\color{#c2410c}\sin}\alpha)\).
Bestimme die \(x\)- und \(y\)-Koordinate der Punkte zu \(90^\circ\) und \(180^\circ\).
Bei \(90^\circ\) bist du oben auf der \(y\)-Achse. Bei \(180^\circ\) bist du links auf der \(x\)-Achse.
Die äußeren Achsenpunkte sind \((1\mid0)\), \((0\mid1)\), \((-1\mid0)\) und \((0\mid-1)\). Ordne die beiden gesuchten Winkel zu.
Der Startpunkt ist \(P(0^\circ)=(1\mid0)\). Der Kreisradius beträgt \(1\).
Nach \(90^\circ\) liegt der Punkt oben: \(P(90^\circ)=(0\mid1)\). Daraus folgen \({\color{#047857}\cos}(90^\circ)=0\) und \({\color{#c2410c}\sin}(90^\circ)=1\).
Nach \(180^\circ\) liegt der Punkt links: \(P(180^\circ)=(-1\mid0)\). Daraus folgen \({\color{#047857}\cos}(180^\circ)=-1\) und \({\color{#c2410c}\sin}(180^\circ)=0\).
Darauf achten: Die Reihenfolge lautet \(({\color{#047857}\cos}\alpha\mid{\color{#c2410c}\sin}\alpha)\): Kosinus ist die waagerechte, Sinus die senkrechte Koordinate.
Es gilt \(135^\circ=180^\circ-45^\circ\). Am Einheitskreis hat der Punkt zum Winkel \(45^\circ\) die Koordinaten \((\frac{\sqrt2}{2}\mid\frac{\sqrt2}{2})\).
Bestimme \({\color{#c2410c}\sin}(135^\circ)\) und \({\color{#047857}\cos}(135^\circ)\). Begründe die Vorzeichen über die Lage des Punkts. Exakte Eingabe oder Rundung auf drei Nachkommastellen ist möglich.
\(135^\circ\) liegt zwischen \(90^\circ\) und \(180^\circ\): links oben im zweiten Quadranten.
Der Punkt zum Winkel \(135^\circ\) ist das Spiegelbild des Punkts zu \(45^\circ\) an der \(y\)-Achse. Nur die \(x\)-Koordinate wechselt das Vorzeichen.
Die Entfernung zur negativen \(x\)-Achse beträgt \(180^\circ-135^\circ=45^\circ\). Deshalb haben die Koordinaten dieselben Beträge wie bei \(45^\circ\).
Im zweiten Quadranten ist \(x<0\) und \(y>0\). Also lautet der Kreispunkt \(P(135^\circ)=(-\frac{\sqrt2}{2}\mid\frac{\sqrt2}{2})\).
\(\begin{aligned}{\color{#c2410c}\sin}(135^\circ)&=\frac{\sqrt2}{2}\approx0{,}707\\{\color{#047857}\cos}(135^\circ)&=-\frac{\sqrt2}{2}\approx-0{,}707\end{aligned}\)
Darauf achten: Der Bezugswinkel liefert die Beträge. Die Vorzeichen musst du zusätzlich aus dem Quadranten bestimmen.
Eine halbe Drehung entspricht \(180^\circ=\pi\,\mathrm{rad}\). Für die Umrechnung gilt \(x=\alpha\cdot\frac{\pi}{180^\circ}\).
Gib das Bogenmaß zu \(90^\circ\) und \(180^\circ\) an. In die Felder kommt nur der Zahlenwert in Radiant: zum Beispiel \(\mathtt{pi/2}\) oder eine auf drei Nachkommastellen gerundete Zahl.
\(90^\circ\) ist die Hälfte von \(180^\circ\). Derselbe Anteil wird auch auf \(\pi\) angewendet.
Für \(90^\circ\) entsteht \(\frac{90\pi}{180}\), für \(180^\circ\) entsteht \(\frac{180\pi}{180}\).
Von Grad zu Radiant multiplizieren wir mit \(\frac{\pi}{180^\circ}\). Der Winkel selbst bleibt derselbe.
\(\begin{aligned}x&=90^\circ\cdot\frac{\pi}{180^\circ}\\&=\frac{\pi}{2}\approx1{,}571\end{aligned}\)
\(\begin{aligned}x&=180^\circ\cdot\frac{\pi}{180^\circ}\\&=\pi\approx3{,}142\end{aligned}\)
Die Zahlenwerte sind in Radiant angegeben. \(\pi\) entspricht hier genau einer halben Drehung.
Darauf achten: \(90^\circ\) und \(90\,\mathrm{rad}\) sind verschiedene Winkel. Beim Umrechnen ändern sich Zahlenwert und Einheit zusammen.
Es gilt \(\pi\,\mathrm{rad}=180^\circ\). Gesucht ist das Gradmaß zu \(\frac{\pi}{6}\,\mathrm{rad}\) und \(\frac{3\pi}{2}\,\mathrm{rad}\).
Rechne beide Winkel in Grad um. Gib in die Felder nur den Zahlenwert ohne Gradzeichen ein.
Von Radiant zu Grad multiplizierst du mit \(\frac{180^\circ}{\pi}\).
Bei \(\frac{\pi}{6}\cdot\frac{180^\circ}{\pi}\) bleibt \(180^\circ/6\). Bei \(\frac{3\pi}{2}\) bleibt \(3\cdot180^\circ/2\).
Wenn der Zahlenwert in Radiant \(x\) ist, lautet das Gradmaß \(\alpha=x\cdot\frac{180^\circ}{\pi}\).
\(\frac{\pi}{6}\cdot\frac{180^\circ}{\pi}=\frac{180^\circ}{6}=30^\circ\)
\(\frac{3\pi}{2}\cdot\frac{180^\circ}{\pi}=\frac{3\cdot180^\circ}{2}=270^\circ\)
\(30^\circ\) ist ein Zwölftel einer vollen Drehung; \(270^\circ\) sind drei Viertel einer vollen Drehung.
Darauf achten: Für Radiant zu Grad steht \(180/\pi\) im Umrechnungsfaktor. \(\pi/180\) wäre die andere Richtung.
Gegeben ist \(f(x)={\color{#c2410c}\sin} x\), wobei \(x\) im Bogenmaß gemessen wird. Die Stellen \(0\), \(\frac\pi2\), \(\pi\), \(\frac{3\pi}{2}\) und \(2\pi\) entsprechen einer vollen Drehung.
Ergänze die fünf Funktionswerte. Verfolge dazu am Einheitskreis jeweils die Höhe des Kreispunkts.
Der Sinuswert ist die \(y\)-Koordinate am Einheitskreis. Starte bei \((1\mid0)\).
Gehe gegen den Uhrzeigersinn: rechts → oben → links → unten → rechts. Die Höhen sind jeweils \(0\), \(1\), \(0\), \(-1\), \(0\).
Die Stellen entsprechen \(0^\circ\), \(90^\circ\), \(180^\circ\), \(270^\circ\) und \(360^\circ\).
\(\begin{aligned}{\color{#c2410c}\sin}0&=0\\{\color{#c2410c}\sin}\frac\pi2&=1\\{\color{#c2410c}\sin}\pi&=0\\{\color{#c2410c}\sin}\frac{3\pi}{2}&=-1\\{\color{#c2410c}\sin}2\pi&=0\end{aligned}\)
Die Punkte lauten \((0\mid0)\), \((\frac\pi2\mid1)\), \((\pi\mid0)\), \((\frac{3\pi}{2}\mid-1)\) und \((2\pi\mid0)\). Auf der waagerechten Graphachse steht der Winkel; auf der senkrechten steht seine Kreispunkthöhe.
Darauf achten: Die Graphpunkte \((x\mid{\color{#c2410c}\sin} x)\) sind nicht die Kreispunkte \(({\color{#047857}\cos} x\mid{\color{#c2410c}\sin} x)\). Die waagerechte Koordinate hat in beiden Darstellungen eine andere Bedeutung.
Untersuche \(g(x)={\color{#047857}\cos} x\) im Intervall \(0\le x<2\pi\). Die linke Grenze gehört dazu, die rechte Grenze nicht.
Bestimme alle Nullstellen in diesem Intervall. Trage die beiden Zahlen in aufsteigender Reihenfolge ein. Exakte Eingabe mit \(\mathtt{pi}\) oder Rundung auf drei Nachkommastellen ist möglich.
\({\color{#047857}\cos} x=0\) bedeutet: Der Kreispunkt liegt auf der \(y\)-Achse.
Der Kreis schneidet die \(y\)-Achse bei einer Vierteldrehung und bei drei Vierteln einer Drehung.
Gesucht sind die Winkel, bei denen die \(x\)-Koordinate des Kreispunkts \(0\) ist.
\(\begin{aligned}x_1&=\frac\pi2\approx1{,}571\\x_2&=\frac{3\pi}{2}\approx4{,}712\end{aligned}\)
Beide Zahlen liegen in \([0;2\pi)\). Die Randwerte erfüllen \({\color{#047857}\cos}0={\color{#047857}\cos}2\pi=1\) und sind keine Nullstellen. In einer vollen Drehung gibt es genau die beiden gesuchten Achsenschnittpunkte.
Darauf achten: Die Nullstellen von Kosinus liegen an anderen Stellen als die von Sinus. Bei Kosinus prüfst du die waagerechte Kreiskoordinate.
Für \({\color{#047857}\cos}\alpha\ne0\) gilt \({\color{#0369a1}\tan}\alpha=\frac{{\color{#c2410c}\sin}\alpha}{{\color{#047857}\cos}\alpha}\). Verwende die bekannten Werte zu \(45^\circ\) und \(135^\circ\).
Berechne \({\color{#0369a1}\tan}(45^\circ)\) und \({\color{#0369a1}\tan}(135^\circ)\). Begründe das Vorzeichen des zweiten Ergebnisses.
Bei beiden Winkeln haben Sinus und Kosinus den Betrag \(\sqrt2/2\).
Bei \(45^\circ\) sind beide Werte positiv. Bei \(135^\circ\) ist Sinus positiv und Kosinus negativ.
\({\color{#c2410c}\sin}45^\circ={\color{#047857}\cos}45^\circ=\sqrt2/2\). Für \(135^\circ\) gilt \({\color{#c2410c}\sin}135^\circ=\sqrt2/2\), aber \({\color{#047857}\cos}135^\circ=-\sqrt2/2\).
\({\color{#0369a1}\tan}45^\circ=\frac{\sqrt2/2}{\sqrt2/2}=1\)
\({\color{#0369a1}\tan}135^\circ=\frac{\sqrt2/2}{-\sqrt2/2}=-1\)
Eine positive Zahl geteilt durch eine negative Zahl ist negativ.
Darauf achten: Tangens ist nicht bei allen Winkeln definiert. Bei \(90^\circ\) und \(270^\circ\) ist der Nenner \({\color{#047857}\cos}\alpha=0\); Division durch \(0\) ist nicht erlaubt.
Gegeben ist \(f(x)=2{\color{#c2410c}\sin} x+1\) für \(x\in\mathbb R\). Die Grundfunktion erfüllt \(-1\le{\color{#c2410c}\sin} x\le1\).
Bestimme die Amplitude, die Höhe der Mittellinie sowie den kleinsten und größten Funktionswert.
Wenn \({\color{#c2410c}\sin} x\) zwischen \(-1\) und \(1\) liegt, liegt \(2{\color{#c2410c}\sin} x\) zwischen \(-2\) und \(2\).
Addiere zu beiden Grenzen \(1\). Die Amplitude ist der Abstand der Mittellinie zum Hochpunkt oder Tiefpunkt.
Der Faktor \(2\) streckt die Sinuswerte in senkrechter Richtung. Die Amplitude lautet \(A=|2|=2\).
Das anschließende \(+1\) verschiebt den ganzen Graphen um \(1\) nach oben. Die Mittellinie ist \(y=1\), also \(d=1\).
\(\begin{aligned}f_{\min}&=1-2=-1\\f_{\max}&=1+2=3\\W&=[-1;3]\end{aligned}\)
Die Spanne vom Tiefpunkt zum Hochpunkt beträgt \(4\); die Amplitude ist die Hälfte davon.
Darauf achten: Die Amplitude ist weder der höchste Funktionswert noch die gesamte Höhe der Welle. Sie ist der Abstand von der Mittellinie zu einer Spitze.
Gegeben ist \(g(x)={\color{#c2410c}\sin}(2x)\), mit \(x\) im Bogenmaß. Der Sinus wiederholt sich, wenn sein inneres Argument um \(2\pi\) wächst.
Bestimme die kleinste positive Periode \(T\). Berechne zusätzlich \(g(\frac\pi4)\) und die Anzahl vollständiger Perioden im Abschnitt \([0;2\pi]\). Für \(T\) ist eine exakte Eingabe mit \(\mathtt{pi}\) oder Rundung auf drei Nachkommastellen möglich.
Für eine volle Wiederholung muss \(2(x+T)-2x=2\pi\) gelten.
Aus \(2T=2\pi\) folgt \(T=\pi\). Für den Funktionswert ist zuerst \(2\cdot\frac\pi4\) zu berechnen.
\(\begin{aligned}2(x+T)-2x&=2\pi\\2T&=2\pi\\T&=\pi\approx3{,}142\end{aligned}\)
\(\begin{aligned}g\left(\frac\pi4\right)&={\color{#c2410c}\sin}\left(2\cdot\frac\pi4\right)\\&={\color{#c2410c}\sin}\frac\pi2=1\end{aligned}\)
Der Abschnitt hat Länge \(2\pi\). Die Anzahl vollständiger Perioden ist \(\frac{2\pi}{\pi}=2\). Die Amplitude bleibt \(1\), weil kein Faktor vor dem Sinus steht.
Darauf achten: Ein Faktor im Argument verändert die Periode. \({\color{#c2410c}\sin}(2x)\) hat Periode \(\pi\), während \(2{\color{#c2410c}\sin} x\) weiterhin Periode \(2\pi\) hat.
Gegeben ist \(f(x)=2{\color{#c2410c}\sin}\bigl(2(x-\frac\pi4)\bigr)+1\). Vergleiche mit \(f(x)=a{\color{#c2410c}\sin}\bigl(b(x-c)\bigr)+d\). Alle Winkel stehen im Bogenmaß.
Bestimme \(a\), \(b\), \(c\), \(d\), die Periode \(T\) und \(f(\frac\pi4)\). Verwende für \(c\) und \(T\) \(\mathtt{pi}\) oder runde auf drei Nachkommastellen.
Lies den Faktor vor Sinus als \(a\), den Faktor vor der inneren Klammer als \(b\), die Zahl in \(x-c\) als \(c\) und die äußere Verschiebung als \(d\).
An der Stelle \(x=c=\pi/4\) wird \(x-c=0\). Berechne anschließend \({\color{#c2410c}\sin}0\). Für die Periode gilt \(T=2\pi/|b|\).
\(\begin{aligned}a&=2,&b&=2\\c&=\frac\pi4,&d&=1\end{aligned}\)
Die Amplitude ist \(2\), die Mittellinie \(y=1\), und die Sinuswelle ist um \(\pi/4\) nach rechts verschoben.
\(T=\frac{2\pi}{|b|}=\frac{2\pi}{2}=\pi\)
\(\begin{aligned}f\left(\frac\pi4\right)&=2{\color{#c2410c}\sin}\left(2\left(\frac\pi4-\frac\pi4\right)\right)+1\\&=2{\color{#c2410c}\sin}0+1\\&=2\cdot0+1=1\end{aligned}\)
Darauf achten: In \(b(x-c)\) beschreibt \(c\) die waagerechte Verschiebung. Nach dem Ausmultiplizieren ist der konstante Argumentterm \(-bc\); er darf nicht direkt als \(-c\) gelesen werden.
Eine Sinusfunktion hat kleinsten Wert \(-2\), größten Wert \(4\) und kleinste positive Periode \(\pi\). Ihr erster aufsteigender Durchgang durch die Mittellinie bei \(x\ge0\) liegt bei \(x=\pi/6\). Verwende die Form \(f(x)=a{\color{#c2410c}\sin}\bigl(b(x-c)\bigr)+d\) mit \(a>0\), \(b>0\) und \(0\le c<\pi\).
Bestimme die vier Parameter \(a\), \(b\), \(c\) und \(d\). Stelle daraus auf Papier die Funktionsgleichung auf. Für \(c\) ist exakte Eingabe oder Rundung auf drei Nachkommastellen möglich.
Die Amplitude ist \(a=(4-(-2))/2\). Die Mittellinie ist \(d=(4+(-2))/2\).
Aus \(T=2\pi/b\) folgt \(b=2\pi/T\). Bei positiven \(a\) und \(b\) steigt der Sinus an der Stelle \(x=c\) durch die Mittellinie.
\(a=\frac{4-(-2)}{2}=\frac62=3\)
Die positive Wahl ist vorgegeben.
\(d=\frac{4+(-2)}{2}=\frac22=1\)
\(\begin{aligned}b&=\frac{2\pi}{T}=\frac{2\pi}{\pi}=2\\c&=\frac\pi6\end{aligned}\)
Da \(a\) und \(b\) positiv sind, ist \(x=c\) ein aufsteigender Mittelliniendurchgang. Die Vorgabe \(0\le c<\pi\) wählt seine eindeutige Darstellung in einer Periode.
\(f(x)=3{\color{#c2410c}\sin}\left(2\left(x-\frac\pi6\right)\right)+1\)
Die Grenzwerte sind \(1-3=-2\) und \(1+3=4\). Die Periode ist \(2\pi/2=\pi\). Bei \(x=\pi/6\) ist der Wert \(1\), und unmittelbar rechts davon steigt der Sinus.
Darauf achten: Ohne die Vorgaben für Vorzeichen und Verschiebungsbereich gibt es mehrere äquivalente Parameterdarstellungen. Halte dich hier an \(a>0\), \(b>0\) und \(0\le c<\pi\).
Löse \({\color{#c2410c}\sin}\alpha=\frac12\) im Gradintervall \(0^\circ\le\alpha<360^\circ\).
Bestimme alle Lösungen und trage die beiden Gradwerte in aufsteigender Reihenfolge ein. Gib nur die Zahlen ohne Gradzeichen ein.
\({\color{#c2410c}\sin}\alpha=1/2\) bedeutet, dass der Kreispunkt die Höhe \(y=1/2\) hat. Diese horizontale Linie schneidet den Kreis zweimal.
Der erste Winkel ist \(30^\circ\). Der zweite hat dieselbe Höhe im zweiten Quadranten und lautet \(180^\circ-30^\circ\).
Aus dem halbierten gleichseitigen Dreieck wissen wir \({\color{#c2410c}\sin}30^\circ=1/2\). Also ist \(\alpha_1=30^\circ\).
Die Höhe \(1/2\) ist positiv. Der zweite Schnittpunkt liegt links oben im zweiten Quadranten.
\(\alpha_2=180^\circ-30^\circ=150^\circ\)
\({\color{#c2410c}\sin}30^\circ={\color{#c2410c}\sin}150^\circ=1/2\). In den unteren Quadranten ist der Sinus negativ; dort entstehen keine weiteren Lösungen. Im vorgegebenen Intervall lautet die Lösungsmenge \(\{30^\circ;150^\circ\}\).
Darauf achten: Die Taste \(\arcsin\) liefert nur einen Hauptwert. Der zweite Winkel muss mit der Kreissymmetrie ergänzt werden.
Löse \({\color{#047857}\cos} x=-\frac12\) im Intervall \(0\le x<2\pi\). Alle Winkel werden im Bogenmaß angegeben.
Bestimme beide Lösungen und trage sie aufsteigend ein. Verwende \(\mathtt{pi}\) oder runde auf drei Nachkommastellen.
Der Kosinus ist die \(x\)-Koordinate des Kreispunkts. \(-1/2\) liegt links vom Mittelpunkt; die Schnittpunkte sind oben links und unten links.
Es gilt \({\color{#047857}\cos}(\pi/3)=1/2\). Die gesuchten Winkel sind \(\pi-\pi/3\) und \(\pi+\pi/3\).
Der Betrag des gesuchten Kosinuswerts ist \(1/2\). Dazu passt der Bezugswinkel \(\pi/3=60^\circ\).
Links im Kreis ist Kosinus negativ. Die beiden passenden Quadranten sind \(\mathrm{II}\) und \(\mathrm{III}\).
\(\begin{aligned}x_1&=\pi-\frac\pi3=\frac{2\pi}{3}\\x_2&=\pi+\frac\pi3=\frac{4\pi}{3}\end{aligned}\)
Beide Werte liegen in \([0;2\pi)\) und haben Kosinus \(-1/2\). Numerisch sind sie \(x_1\approx2{,}094\) und \(x_2\approx4{,}189\). Die senkrechte Gerade mit Kreiskoordinate \(-1/2\) hat genau diese beiden Schnittpunkte.
Darauf achten: Das negative Vorzeichen steht am Funktionswert. Es bedeutet nicht, dass die gesuchten Winkel im vorgegebenen Intervall negativ sein müssen.
Löse \(2{\color{#c2410c}\sin}(2x)-1=0\) im Intervall \(0\le x<2\pi\). Alle Winkel stehen im Bogenmaß.
Bestimme alle vier Lösungen. Trage die Werte in aufsteigender Reihenfolge ein; exakte Eingabe mit \(\mathtt{pi}\) oder Rundung auf drei Nachkommastellen ist möglich.
Addiere \(1\) und teile durch \(2\). Danach lautet die Gleichung \({\color{#c2410c}\sin}(2x)=1/2\). Setze vorübergehend \(u=2x\).
Aus \(0\le x<2\pi\) folgt \(0\le u<4\pi\). Suche die beiden bekannten Winkel in der ersten Sinusperiode und ergänze jeweils \(2\pi\) für die zweite. Teile zuletzt alle \(u\)-Werte durch \(2\).
\(\begin{aligned}2{\color{#c2410c}\sin}(2x)-1&=0\\2{\color{#c2410c}\sin}(2x)&=1\\{\color{#c2410c}\sin}(2x)&=\frac12\end{aligned}\)
Setze \(u=2x\). Der Suchbereich wird \(0\le u<4\pi\). In der ersten Periode sind \(u=\pi/6\) und \(u=5\pi/6\) die Lösungen.
\(\begin{aligned}u_1&=\frac\pi6,&u_2&=\frac{5\pi}{6}\\u_3&=\frac\pi6+2\pi=\frac{13\pi}{6}\\u_4&=\frac{5\pi}{6}+2\pi=\frac{17\pi}{6}\end{aligned}\)
\(\begin{aligned}x_1&=\frac\pi{12},&x_2&=\frac{5\pi}{12}\\x_3&=\frac{13\pi}{12},&x_4&=\frac{17\pi}{12}\end{aligned}\)
Gerundet: \(0{,}262\), \(1{,}309\), \(3{,}403\), \(4{,}451\). Alle Werte liegen in \([0;2\pi)\). Jeder liefert \({\color{#c2410c}\sin}(2x)=1/2\), also \(2\cdot1/2-1=0\).
Darauf achten: Wenn du \(u=2x\) setzt, musst du auch den Suchbereich verdoppeln. Sonst fehlen die beiden Lösungen aus der zweiten Sinusperiode.
Ein Riesenrad hat Radius \(10\,\mathrm m\), Mittelpunktshöhe \(12\,\mathrm m\) und Umlaufzeit \(40\,\mathrm s\). Eine Gondel startet bei \(t=0\) am tiefsten Punkt. Sie fährt mit gleichmäßiger Winkelgeschwindigkeit. Nutze die Modellform \(h(t)=d-r{\color{#047857}\cos}(\omega t)\) für \(t\ge0\).
Bestimme \(d\), \(r\) und \(\omega\). Berechne die Höhen \(h(0)\), \(h(10)\) und \(h(20)\) in Metern. Für \(\omega\) ist \(\mathtt{pi/20}\) oder eine auf drei Nachkommastellen gerundete Zahl möglich.
Der Abstand zur Mittellinie ist der Radius \(r=10\). Die Mittellinie liegt auf Höhe \(d=12\). Das Minus vor Kosinus legt den Start unten fest.
In einer Umlaufzeit muss das Argument um \(2\pi\) wachsen: \(\omega\cdot40=2\pi\). Bei \(t=0,10,20\) sind die Argumente \(0,\pi/2,\pi\).
Der Mittelpunkt liefert \(d=12\), der Radius liefert \(r=10\). Tiefster und höchster Punkt liegen bei \(12-10=2\,\mathrm m\) und \(12+10=22\,\mathrm m\).
\(\begin{aligned}\omega\cdot40&=2\pi\\\omega&=\frac{2\pi}{40}=\frac\pi{20}\end{aligned}\)
Die Einheit ist Radiant pro Sekunde. Damit lautet das Modell \(h(t)=12-10{\color{#047857}\cos}(\frac\pi{20}t)\).
\(\begin{aligned}h(0)&=12-10{\color{#047857}\cos}0\\&=12-10=2\\h(10)&=12-10{\color{#047857}\cos}\frac\pi2\\&=12-0=12\\h(20)&=12-10{\color{#047857}\cos}\pi\\&=12+10=22\end{aligned}\)
Nach \(10\,\mathrm s\) ist eine Vierteldrehung erreicht: Die Gondel ist auf Mittelpunktshöhe. Nach \(20\,\mathrm s\) ist sie nach einer halben Drehung oben. Nach \(40\,\mathrm s\) ist sie wieder unten. Der Wertebereich ist \([2;22]\,\mathrm m\).
Darauf achten: Bei \(t=0\) gilt \({\color{#047857}\cos}0=1\). Ein Plus vor \(10{\color{#047857}\cos}(\omega t)\) würde die Gondel oben starten lassen. Der Start unten verlangt hier das Minus.
ANWENDUNG · EIN RIESENRAD
Der Radius beträgt \(10\,\mathrm m\), der Mittelpunkt liegt \(12\,\mathrm m\) über dem Boden. Eine Umdrehung dauert \(40\,\mathrm s\). Bei \(t=0\) startest du am tiefsten Punkt. Wir betrachten \(0\le t\le40\).
Bestimme die Höhe nach \(30\) und \(40\) Sekunden. Zeichne eine Skizze mit Mittelpunkt, höchstem und tiefstem Punkt. Passt der Verlauf zur Bewegung?
Nach \(30\) Sekunden ist das Argument \(3\pi/2\), also \(h(30)=12\,\mathrm m\). Du bist wieder auf Höhe des Mittelpunktes, jetzt auf dem Weg nach unten.
Nach \(40\) Sekunden ist das Argument \(2\pi\), also \(h(40)=2\,\mathrm m\). Eine volle Runde ist abgeschlossen.
BONUS / TRIGONOMETRIE HÖREN
Dein Ziel: Du hörst, wie die Frequenz die Tonhöhe und die Amplitude die Lautstärke verändern.
Bis hierhin hast du Wellen gesehen. Jetzt kannst du eine Welle auch hören: Eine regelmäßige Schwingung kann Luftdruckschwankungen erzeugen. Ein Lautsprecher setzt das Signal in eine Bewegung um. Unser Werkzeug spielt einen reinen Sinuston.
VOM GRAPHEN ZUM KLANG
Die Zeit \(t\) messen wir in Sekunden. Die Frequenz \(f\) sagt, wie viele vollständige Schwingungen in einer Sekunde stattfinden. Ihre Einheit heißt Hertz: \(1\,\mathrm{Hz}=1\,\mathrm{s}^{-1}\).
DEIN TON-LABOR
Starte den Ton und ändere einen Regler. Die Gleichung und der Graph passen sich sofort an.
Links hörst du tiefere, rechts höhere Töne.
Bei \(A=0\) ist der Ton stumm. Eine größere Amplitude macht ihn lauter; die Tonhöhe bleibt gleich.
Jede Wiedergabe dauert höchstens \(10\) Sekunden. Währenddessen kannst du beide Regler bewegen.
\(y(t)=0{,}25\sin(2\pi\cdot440\cdot t)\)
\(T=\frac{1}{440}\,\mathrm{s}\approx2{,}273\,\mathrm{ms}\)
Das Zeitfenster bleibt gleich: \(0{,}010\,\mathrm{s}=10\,\mathrm{ms}\). Eine höhere Frequenz zeigt mehr Schwingungen im selben Fenster. Eine größere Amplitude macht die Ausschläge höher.
Was bedeutet „relativ“? Der Graph zeigt ein normiertes Tonsignal mit \(0\le A\le1\), keinen gemessenen Schalldruck. Die tatsächlich gehörte Lautstärke hängt zusätzlich von deinem Gerät und dessen Lautstärkeeinstellung ab. \(A\) ist hier keine Angabe in Dezibel.
Lass \(A\) gleich und vergleiche \(f=220\,\mathrm{Hz}\) mit \(f=440\,\mathrm{Hz}\). Wie ändern sich Tonhöhe und Periode? Lass danach \(f\) gleich und ändere nur \(A\).
HÖR-CHECK / DIE WELLE VERSTEHEN
Du verdoppelst \(f\) und lässt \(A\) gleich. Was passiert?
Du stellst \(A=0\) ein und lässt \(f=440\,\mathrm{Hz}\). Was hörst du?