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LernpfadeFunktionenKlasse \(11\)

Quadratische Funktionen.

Erkunde Parabeln, verknüpfe Darstellungen und überprüfe deine Ergebnisse.

\(01\) Eine Parabel lesen

INTERAKTIVER EXPLORER
\(f(x) = \frac{1}{2}(x - 2)^2 - 2\)

Scheitelpunkt und Symmetrieachse sind direkt ablesbar.

\(a=0{,}5\)
\(d=2\)
\(e=-2\)

Verändere die Parameter der gewählten Form. Für \(a\) gelten \(0{,}1\)-Schritte, für die übrigen Parameter \(0{,}5\)-Schritte. Der Regler überspringt \(a=0\); der Koordinatenausschnitt bleibt fest.

\(f(x)=\frac12(x-2)^2-2\) \(y=x^2\)

Die Grundlage: Eine quadratische Funktion hat die Form \(f(x) = ax^2 + bx + c\) mit \(a \neq 0\). Ihr Graph ist eine Parabel; die Definitionsmenge ist \(\mathbb{R}\).

\(02\) / PARAMETER VERSTEHEN

Drei Parameter. Drei Wirkungen.

In \(a(x - d)^2 + e\) übernimmt jeder Parameter eine eigene Aufgabe.

\(a\)

Öffnung & Breite

Strecken, stauchen, spiegeln

\(f(x) = \frac{1}{2}x^2\)

\(a > 0\): nach oben geöffnet.
\(a < 0\): nach unten geöffnet.

\(\lvert a\rvert > 1\): schmaler als \(y = x^2\).
\(0 < \lvert a\rvert < 1\): breiter als \(y = x^2\).

Bei \(\lvert a\rvert = 1\) bleibt die Breite gleich. \(a\) ist keine konstante Steigung.

\(d\)

Horizontale Lage

Nach links oder rechts verschieben

\(f(x) = (x - 2)^2\)

\(d > 0\): nach rechts.
\(d < 0\): nach links.

Die Symmetrieachse ist \(x = d\). Hier liegt der Scheitel bei \(S(2 | 0)\).

Vorzeichen beachten: \((x + 2)^2 = (x - (-2))^2\) verschiebt nach links.

\(e\)

Vertikale Lage

Nach oben oder unten verschieben

\(f(x) = x^2 - 2\)

\(e > 0\): nach oben.
\(e < 0\): nach unten.

\(e\) ist die Scheitelhöhe. Für \(a > 0\) das Minimum, für \(a < 0\) das Maximum.

Wertebereich: \(a > 0 \Rightarrow [e; \infty)\), \(a < 0 \Rightarrow (-\infty; e]\).

Violett: jeweilige Beispielfunktion · Grau gestrichelt: \(y = x^2\). In jedem Vergleich ändert sich nur ein Parameter.

\(03\) / DARSTELLUNGEN VERKNÜPFEN

Eine Funktion, drei Perspektiven.

Wähle die Form danach, welche Eigenschaft du bestimmen möchtest.

A

Normalform

\(ax^2 + bx + c\)

\(\frac{1}{2}x^2 - 2x\)

Der \(y\)-Achsenabschnitt ist \(c = f(0)\). Hier gilt \(c = 0\): Der Graph geht durch den Ursprung.

GUT FÜR · \(y\)-ACHSENABSCHNITT
B

Scheitelpunktform

\(a(x - d)^2 + e\)

\(\frac{1}{2}(x - 2)^2 - 2\)

Du liest den Scheitelpunkt direkt ab: \(S(d | e)\). Hier \(S(2 | -2)\); Symmetrieachse \(x = 2\).

GUT FÜR · EXTREMUM & SYMMETRIE
C

Produktform

\(a(x - x_1)(x - x_2)\)

\(\frac{1}{2}x(x - 4)\)

Die reellen Nullstellen stehen in den Faktoren. Hier \(x_1=0\quad\text{und}\quad x_2=4\). Diese Form setzt reelle Nullstellen voraus.

GUT FÜR · NULLSTELLEN

DER RECHENWEG

Quadratische Ergänzung

Halbiere den Koeffizienten vor \(x\) innerhalb der Klammer. Ergänze sein Quadrat und ziehe es wieder ab.

Allgemein:
\(d=-\frac{b}{2a}\)
\(e=f(d)=c-\frac{b^2}{4a}\)
  1. \(\frac{1}{2}x^2 - 2x = \frac{1}{2}(x^2 - 4x)\)Den Faktor vor \(x^2\) ausklammern.
  2. \(= \frac{1}{2}(x^2 - 4x + 4 - 4)\)\(\left(\frac{-4}{2}\right)^2=4\) ergänzen und abziehen.
  3. \(= \frac{1}{2}((x - 2)^2 - 4)\)Die binomische Formel erkennen.
  4. \(= \frac{1}{2}(x - 2)^2 - 2\)Ausmultiplizieren: der Scheitel liegt bei \(S(2 | -2)\).

\(04\) / NULLSTELLEN BESTIMMEN

Wo trifft die Parabel die Achse?

Verändere die Koeffizienten, lies Schnittpunkte am Graphen ab und berechne die Nullstellen mit der pq-Formel.

ZUERST NORMIEREN

Vor dem Einsetzen durch den Leitkoeffizienten teilen.

Die pq-Formel gilt für eine Gleichung, in der vor \(x^2\) der Koeffizient \(1\) steht. Gehe deshalb immer zuerst von \(f(x)=0\) zur normierten Gleichung über.

Voraussetzung:
\(a\neq 0\)
Dann darfst du jeden Term durch \(a\) teilen.
  1. \(ax^2+bx+c=0\) Setze die quadratische Funktion gleich \(0\).
  2. \(x^2+\frac{b}{a}x+\frac{c}{a}=0\) Teile die gesamte Gleichung durch \(a\neq 0\). Die Lösungen bleiben gleich.
  3. \(x^2+px+q=0\) Lies die Koeffizienten ab: \(p=\frac{b}{a}\) und \(q=\frac{c}{a}\).
PQ-FORMEL

\(x_{1,2}=-\frac{p}{2}\pm\sqrt{\left(\frac{p}{2}\right)^2-q}\)

Für die normierte Gleichung \(x^2+px+q=0\) mit \(p,q\in\mathbb{R}\). Der Ausdruck unter der Wurzel muss für reelle Lösungen nichtnegativ sein.

NULLSTELLEN-LABOR

Deine Koeffizienten. Dein Graph.

\(f(x)=x^2+px+q\)

Stelle \(p\) und \(q\) unabhängig voneinander ein. Beobachte, wie sich die Parabel verändert, und lies ihre Schnittpunkte mit der \(x\)-Achse ab.

AKTUELLE FUNKTION

\(f(x)=x^2-4x+3\)

\(p=-4\)
\(q=3\)
AUSWERTUNG\(D>0\)

\(D=\left(\frac{-4}{2}\right)^2-(3)\)

\(D=1\)

Zwei Schnittpunkte
\(2\)reelle Nullstellen
Erste Lösung

\(x_1=1\)

Zweite Lösung

\(x_2=3\)

PQ-FORMEL ANWENDEN

Von der Gleichung zu den Schnittpunkten.

Gesucht sind die Nullstellen von \(f(x)=2x^2-8x+6\). Vier kurze Schritte führen dich zum Ergebnis.

  1. \(01\)

    Normieren

    Setze die Funktion gleich \(0\) und teile jeden Term durch \(2\).

    \(2x^2-8x+6=0\)

    \(\Longleftrightarrow\ x^2-4x+3=0\)

    Jetzt steht vor \(x^2\) der Koeffizient \(1\).

  2. \(02\)

    Koeffizienten ablesen

    Vergleiche die normierte Gleichung mit \(x^2+px+q=0\).

    \(p=-4,\qquad q=3\)

    Das Minus gehört zu \(p\). Lies den Koeffizienten mit seinem Vorzeichen ab.

  3. \(03\)

    In die pq-Formel einsetzen

    Setze die Werte mit ihren Vorzeichen ein und rechne von innen nach außen.

    \(x_{1,2}=-\frac{-4}{2}\pm\sqrt{\left(\frac{-4}{2}\right)^2-3}\)

    \(=2\pm\sqrt{4-3}\)

    \(=2\pm 1\)

    Rechne einmal mit \(-\) und einmal mit \(+\).

  4. \(04\)

    Ergebnisse prüfen

    \(x_1=2-1=1\)

    \(x_2=2+1=3\)

    Setze beide Werte in die ursprüngliche Gleichung ein.

    Probe für \(x_1=1\):
    \(2\cdot 1^2-8\cdot 1+6\)
    \(=2-8+6=0\)

    Probe für \(x_2=3\):
    \(2\cdot 3^2-8\cdot 3+6\)
    \(=18-24+6=0\)

    Beide Werte erfüllen die Gleichung. Die Schnittpunkte sind \(N_1(1\mid 0)\) und \(N_2(3\mid 0)\).

\(05\) / SELBST DENKEN

Vom Ablesen zum Begründen.

Wähle deine Stufe, rechne zuerst selbst und prüfe dann deine Antworten. Die Hinweise helfen schrittweise; der vollständige Lösungsweg bleibt aufklappbar.

Grundlagen: sicher ablesen und die pq-Formel anwenden. Aufbau: Darstellungen verbinden und Lösungen geometrisch einordnen. Transfer: aus Nullstellen rekonstruieren, Sachmodelle auswerten und eine Parametergrenze begründen.

\(9\) Aufgaben aus allen Stufen.

Gib Zahlen mit Komma oder Punkt ein. Bei irrationalen Ergebnissen reichen drei Nachkommastellen; Wurzelausdrücke sind ebenfalls möglich. Begründe deine Entscheidungen zusätzlich auf Papier oder im Gespräch.

\(01\)GRUNDLAGEN · ABLESEN

Was verrät die Scheitelpunktform?

Gegeben ist \(f(x)=-2(x-3)^2+4\).

Lies den Scheitelpunkt ab. Entscheide, in welche Richtung die Parabel geöffnet ist und ob der Scheitel ein Minimum oder ein Maximum ist. Begründe das Extremum mit dem Vorzeichen des quadratischen Terms.

Hinweis: den Scheitel finden

Vergleiche mit \(f(x)=a(x-d)^2+e\). Im Scheitel wird der Klammerterm \(0\); dort gilt \(x=d\) und \(f(d)=e\).

Weiterer Hinweis: Öffnung und Extremum

Prüfe das Vorzeichen von \(a\). Bei \(a<0\) ist der quadratische Term nie positiv: Der Scheitel ist der höchste Punkt.

Öffnungsrichtung
Art des Scheitels
Lösungsweg anzeigen
LÖSUNGSWEG

Aus \(a=-2\), \(d=3\) und \(e=4\) folgt der Scheitelpunkt \(S(3\mid4)\).

Weil \(a<0\), ist die Parabel nach unten geöffnet. Für alle \(x\in\mathbb R\) gilt \(-2(x-3)^2\le0\), also \(f(x)\le4\). Der Scheitel ist deshalb ein Maximum.

Die Symmetrieachse lautet \(x=3\). Da \(\lvert a\rvert=2>1\), ist die Parabel schmaler als die Normalparabel.

\(02\)GRUNDLAGEN · PQ-FORMEL

Direkt in die pq-Formel.

Löse die Gleichung \(x^2-6x+8=0\).

Lies \(p\) und \(q\) ab und setze beide direkt in die pq-Formel ein. Berechne die Lösungen und prüfe sie durch Einsetzen. Erkläre, warum das Plus und das Minus hier verschiedene Ergebnisse liefern.

Hinweis: Vorzeichen mitnehmen

Vergleiche mit \(x^2+px+q=0\). Das Vorzeichen vor dem linearen Term gehört zu \(p\).

Weiterer Hinweis: die Formel einsetzen

Nutze \(x_{1,2}=-\frac p2\pm\sqrt{\left(\frac p2\right)^2-q}\). Hier erhältst du \(x_{1,2}=3\pm\sqrt{(-3)^2-8}\).

Lösungsweg anzeigen
LÖSUNGSWEG

Die Gleichung ist bereits normiert. Es gilt \(p=-6\) und \(q=8\).

\(x_{1,2}=-\frac{-6}{2}\pm\sqrt{\left(\frac{-6}{2}\right)^2-8}=3\pm\sqrt1=3\pm1\)

Damit sind \(x_1=2\) und \(x_2=4\). Weil \(\sqrt1=1>0\), liefern Addition und Subtraktion verschiedene Ergebnisse.

Probe: \(2^2-6\cdot2+8=4-12+8=0\) und \(4^2-6\cdot4+8=16-24+8=0\).

\(03\)GRUNDLAGEN · ERST NORMIEREN

Ein Schritt vor der Formel.

Löse die Gleichung \(2x^2+8x-10=0\).

Bringe sie zuerst in die Form \(x^2+px+q=0\). Lies \(p\) und \(q\) ab und berechne beide Lösungen mit der pq-Formel. Begründe, warum das Normieren die Lösungsmenge nicht verändert.

Hinweis: der Koeffizient vor dem Quadrat

Die pq-Formel setzt voraus, dass vor \(x^2\) der Koeffizient \(1\) steht. Teile dafür die gesamte Gleichung durch \(2\).

Weiterer Hinweis: alle Terme teilen

Du erhältst \(x^2+4x-5=0\). Setze \(p=4\) und \(q=-5\) ein: \(x_{1,2}=-2\pm\sqrt{2^2-(-5)}\). Beim Subtrahieren einer negativen Zahl entsteht ein Plus.

Lösungsweg anzeigen
LÖSUNGSWEG

\(2x^2+8x-10=0\iff x^2+4x-5=0\)

Das Teilen der gesamten Gleichung durch die von \(0\) verschiedene Zahl \(2\) ist eine Äquivalenzumformung: Genau dieselben Werte erfüllen beide Gleichungen.

Also \(p=4\) und \(q=-5\).

\(x_{1,2}=-\frac42\pm\sqrt{\left(\frac42\right)^2-(-5)}=-2\pm\sqrt9=-2\pm3\)

Die Lösungen sind \(x_1=-5\) und \(x_2=1\).

Probe in der ursprünglichen Gleichung: \(2\cdot(-5)^2+8\cdot(-5)-10=50-40-10=0\) und \(2\cdot1^2+8\cdot1-10=0\).

\(04\)AUFBAU · FORMWECHSEL

Ein Graph, mehrere Darstellungen.

Gegeben ist \(f(x)=x^2-6x+5\).

Bestimme durch quadratische Ergänzung die Scheitelpunktform \(f(x)=(x-d)^2+e\). Berechne die Nullstellen mit der pq-Formel und notiere die Produktform. Erkläre, wie die Lage der Nullstellen die Symmetrieachse bestätigt.

Hinweis: zum Quadrat ergänzen

Für \((x-3)^2\) benötigst du den konstanten Term \(9\). Addiere und subtrahiere ihn, damit sich die Funktion nicht ändert.

Weiterer Hinweis: Nullstellen und Faktoren

Setze \(p=-6\) und \(q=5\) direkt ein: \(x_{1,2}=3\pm\sqrt{(-3)^2-5}\). Aus den Nullstellen entstehen die Faktoren \((x-x_1)\) und \((x-x_2)\).

Lösungsweg anzeigen
LÖSUNGSWEG

\(f(x)=x^2-6x+9-9+5=(x-3)^2-4\)

Damit sind \(d=3\), \(e=-4\) und \(S(3\mid-4)\).

Für die Nullstellen löst du \(x^2-6x+5=0\) mit \(p=-6\) und \(q=5\).

\(x_{1,2}=-\frac{-6}{2}\pm\sqrt{\left(\frac{-6}{2}\right)^2-5}=3\pm\sqrt4=3\pm2\)

Die Nullstellen sind \(x_1=1\), \(x_2=5\); die Produktform lautet \(f(x)=(x-1)(x-5)\).

Probe durch Ausmultiplizieren: \((x-1)(x-5)=x^2-6x+5\). Der Mittelwert der Nullstellen ist \(\frac{1+5}{2}=3\); beide liegen im Abstand \(2\) zur Symmetrieachse \(x=3\).

\(05\)AUFBAU · REKONSTRUKTION

Welche Parabel ist gesucht?

Eine Parabel hat den Scheitelpunkt \(S(-2\mid-3)\) und verläuft durch \(P(1\mid15)\).

Bestimme die Scheitelpunktform, die Normalform und die Nullstellen. Berechne die Nullstellen mit der pq-Formel und überprüfe den Punkt \(P\). Begründe, warum der weitere Punkt den Faktor \(a\) eindeutig festlegt.

Hinweis: den Scheitel nutzen

Setze zuerst \(f(x)=a(x+2)^2-3\) an. Der Punkt \(P\) liefert eine Gleichung für den noch unbekannten Faktor \(a\).

Weiterer Hinweis: bestimmen und normieren

Aus \(P(1\mid15)\) folgt \(15=9a-3\). Multipliziere anschließend aus. Vor der pq-Formel musst du die Nullstellengleichung durch \(a\) teilen.

Trage die Koeffizienten von \(f(x)=ax^2+bx+c\) und beide Nullstellen ein.

Lösungsweg anzeigen
LÖSUNGSWEG

Der Scheitel liefert \(f(x)=a(x+2)^2-3\). Mit dem weiteren Punkt gilt \(15=a\cdot3^2-3\), also \(18=9a\) und \(a=2\). Der Faktor vor \(a\) ist \(9\ne0\); deshalb ergibt sich genau ein Wert für \(a\).

\(f(x)=2(x+2)^2-3=2x^2+8x+5\)

Nullstellen bestimmen und normieren: \(2x^2+8x+5=0\iff x^2+4x+\frac52=0\).

Setze \(p=4\) und \(q=\frac52\) direkt in die pq-Formel ein.

\(x_{1,2}=-\frac42\pm\sqrt{\left(\frac42\right)^2-\frac52}=-2\pm\sqrt{\frac32}=-2\pm\frac{\sqrt6}{2}\)

Also \(x_1\approx-3{,}225\) und \(x_2\approx-0{,}775\). Probe für den Punkt: \(f(1)=2\cdot9-3=15\).

\(06\)AUFBAU · GEOMETRISCH BEGRÜNDEN

Eine Gleichung ohne reelle Lösung?

Gegeben ist \(f(x)=x^2+4x+7\).

Bestimme durch quadratische Ergänzung den Scheitelpunkt und den kleinsten Funktionswert. Entscheide anhand des Graphen, wie viele reelle Nullstellen es gibt. Begründe, warum \(f(x)=0\) keine reelle Lösung hat.

Hinweis: den Scheitel sichtbar machen

Ergänze \(x^2+4x\) zu \((x+2)^2\). Dafür benötigst du \(4\); die Ergänzung musst du wieder ausgleichen.

Weiterer Hinweis: den Graphen verstehen

Es gilt \(f(x)=(x+2)^2+3\). Ein Quadrat ist immer mindestens \(0\). Überlege, wo die nach oben geöffnete Parabel im Verhältnis zur \(x\)-Achse liegt.

Anzahl der reellen Lösungen
Lösungsweg anzeigen
LÖSUNGSWEG

\(f(x)=x^2+4x+4-4+7=(x+2)^2+3\)

Der Scheitel ist \(S(-2\mid3)\). Weil \((x+2)^2\ge0\), gilt überall \(f(x)\ge3>0\). Der gesamte Graph liegt über der \(x\)-Achse und besitzt keine reellen Nullstellen.

\(07\)TRANSFER · AUS NULLSTELLEN REKONSTRUIEREN

Zwei Nullstellen, ein weiterer Punkt.

Eine quadratische Funktion hat die Nullstellen \(x_1=-1\) und \(x_2=3\). Ihr Graph verläuft durch \(P(0\mid-6)\).

Bestimme die Produktform, die Normalform \(f(x)=ax^2+bx+c\) und den Scheitelpunkt. Begründe, warum die Nullstellen allein den Öffnungsfaktor noch nicht festlegen, der weitere Punkt hier aber genügt.

Hinweis: aus Nullstellen werden Faktoren

Bei den Nullstellen wird jeweils ein Faktor null. Setze \(f(x)=a(x+1)(x-3)\) mit \(a\ne0\) an.

Weiterer Hinweis: den Punkt einsetzen

Aus \(P(0\mid-6)\) folgt \(-6=a\cdot1\cdot(-3)\). Bestimme daraus \(a\) und multipliziere anschließend die Produktform aus.

Letzter Hinweis: den Scheitel bestimmen

Klammere den Öffnungsfaktor aus und ergänze quadratisch. Die Symmetrieachse liegt außerdem genau zwischen den Nullstellen: \(x=\frac{x_1+x_2}{2}\).

Lösungsweg anzeigen
LÖSUNGSWEG

Aus den Nullstellen folgt \(f(x)=a(x+1)(x-3)\). Mit dem Punkt gilt \(-6=a\cdot1\cdot(-3)=-3a\), also \(a=2\).

\(f(x)=2(x+1)(x-3)=2x^2-4x-6\)

Die Scheitelpunktform erhältst du durch quadratische Ergänzung:

\(f(x)=2(x^2-2x-3)=2\bigl((x-1)^2-4\bigr)=2(x-1)^2-8\)

Der Scheitel ist \(S(1\mid-8)\). Seine \(x\)-Koordinate stimmt mit dem Mittelwert der Nullstellen überein: \(\frac{-1+3}{2}=1\).

Jeder Faktor \(a\ne0\) in \(a(x+1)(x-3)\) liefert dieselben Nullstellen. Der weitere Punkt legt hier \(a\) eindeutig fest, weil das Produkt der Faktoren bei \(x=0\) gleich \(-3\ne0\) ist.

Probe: \(f(-1)=f(3)=0\) und \(f(0)=2\cdot1\cdot(-3)=-6\).

\(08\)TRANSFER · MODELLIERUNG

Wie hoch fliegt der Ball?

Die Ballhöhe wird bis zur Landung durch \(h(t)=-5t^2+20t+5\) modelliert. Dabei ist \(t\) die Zeit in \(\mathrm{s}\) ab dem Abwurf bei \(t=0\); \(h(t)\) ist die Höhe in \(\mathrm{m}\).

Bestimme den Zeitpunkt und die Höhe des Maximums, die Landungszeit und den Zeitraum, in dem der Ball mindestens \(20\,\mathrm{m}\) hoch ist. Begründe, welche rechnerische Zeitlösung zum Flug gehört.

Hinweis: den höchsten Punkt finden

Klammere \(-5\) aus und ergänze quadratisch. Der Scheitel der nach unten geöffneten Parabel liefert Zeitpunkt und Höhe des Maximums.

Weiterer Hinweis: die Landung berechnen

Setze \(h(t)=0\) und teile vor der pq-Formel durch \(-5\). Du erhältst \(t^2-4t-1=0\). Im Modell gilt \(t\ge0\).

Letzter Hinweis: den Höhenbereich finden

Berechne zuerst die Randzeiten mit \(h(t)=20\). Prüfe dann, ob die Höhe zwischen oder außerhalb dieser Zeiten mindestens \(20\,\mathrm{m}\) ist. Die Randzeiten gehören dazu.

Lösungsweg anzeigen
LÖSUNGSWEG

\(h(t)=-5(t^2-4t)+5=-5(t-2)^2+25\)

Der quadratische Term ist nie positiv. Daher beträgt die maximale Höhe \(25\,\mathrm{m}\) zum Zeitpunkt \(t=2\,\mathrm{s}\).

Landung: \(h(t)=0\iff t^2-4t-1=0\). Setze \(p=-4\) und \(q=-1\) direkt in die pq-Formel ein:

\(t_{1,2}=-\frac{-4}{2}\pm\sqrt{\left(\frac{-4}{2}\right)^2-(-1)}=2\pm\sqrt5\)

Die Lösung \(2-\sqrt5<0\) liegt vor dem Abwurf. Zum Flug gehört \(t=2+\sqrt5\approx4{,}236\,\mathrm{s}\).

Randzeiten für die Höhe: \(h(t)=20\iff t^2-4t+3=0\). Mit \(p=-4\) und \(q=3\) ergibt die pq-Formel \(t_{1,2}=2\pm\sqrt{(-2)^2-3}=2\pm1\).

Die Randzeiten sind \(1\,\mathrm{s}\) und \(3\,\mathrm{s}\). Zwischen ihnen gilt \(h(t)\ge20\), etwa weil \(h(t)=-5(t-2)^2+25\) und dort \((t-2)^2\le1\).

\(1\,\mathrm{s}\le t\le3\,\mathrm{s}\)

Probe: \(h(1)=h(3)=20\,\mathrm{m}\), \(h(2)=25\,\mathrm{m}\). Beide Randzeiten gehören zum gesuchten Zeitraum.

\(09\)TRANSFER · BEGRÜNDEN

Nie unter die Achse.

Gegeben ist \(g_k(x)=x^2-4x+k\) mit \(k\in\mathbb R\).

Für welche Werte von \(k\) gilt \(g_k(x)\ge0\) für alle \(x\in\mathbb R\)? Bestimme die Parametergrenze \(k_0\), die passende Seite der Grenze und die Berührstelle im Grenzfall.

Begründe deine Antwort mit dem Scheitelpunkt und erkläre, weshalb die Grenze zum gesuchten Bereich gehört. Zeige außerdem, warum ein positiver \(y\)-Achsenabschnitt allein nicht genügt.

Hinweis: zum Quadrat ergänzen

Schreibe \(x^2-4x+k=x^2-4x+4-4+k\). Damit kannst du den Scheitel und den kleinsten Funktionswert ablesen.

Weiterer Hinweis: alle Funktionswerte erfassen

Es gilt \(g_k(x)=(x-2)^2+k-4\). Ein Quadrat ist immer mindestens \(0\), also ist der kleinste Funktionswert genau \(k-4\). Welches Vorzeichen muss dieser Wert haben?

Gesuchter Parameterbereich
Welche Begründung trägt die Forderung für alle \(x\)?
Lösungsweg anzeigen
LÖSUNGSWEG

\(g_k(x)=(x-2)^2+k-4\)

Weil \((x-2)^2\ge0\), ist das Minimum genau \(k-4\), angenommen bei \(x=2\). Daher gilt die Forderung genau dann, wenn \(k-4\ge0\).

\(g_k(x)\ge0\text{ für alle }x\in\mathbb R\iff k\ge4\)

Die Grenze ist \(k_0=4\). Im Grenzfall gilt \(g_4(x)=(x-2)^2\ge0\); der Graph berührt die Achse in \(S(2\mid0)\). Die Grenze gehört dazu, weil auch der Wert \(0\) erlaubt ist.

Für \(k>4\) liegt das Minimum über der Achse. Für \(k<4\) ist bereits \(g_k(2)=k-4<0\), sodass die Forderung nicht erfüllt ist.

Ein positiver \(y\)-Achsenabschnitt allein reicht nicht: Für \(k=1\) ist \(g_1(0)=1>0\), aber \(g_1(2)=-3<0\). Entscheidend ist das Minimum, nicht ein einzelner Funktionswert.

Mathematischer Hintergrund
∑
π
√x
∫
x²
∞
Δ
f(x)